Bergulme
Ulmus glabra
Früher verkörperte die Bergulme vielerorts sinnbildlich Macht und Gerechtigkeit. Heute bewundert man sie eher für ihr ehrwürdiges Erscheinungsbild. Unsere Tipps zur Pflanzung und Pflege.
Steckbrief
- Wuchstyp
-
- Großbaum
- Wuchshöhe
- von 2500 cm bis 4000 cm
- Wuchsbreite
- von 1000 cm bis 2000 cm
- Wuchseigenschaften
-
- kugelförmig
- ausladend
- dicht
- Blütenfarbe
-
- rot
- braun
- Blütezeit (Monat)
-
- März bis April
- Blütenform
-
- Büschel
- Trugdolden
- Blattfarbe
-
- grün
- Blattform
-
- asymmetrisch
- breit eiförmig
- eiförmig
- gesägt
- Blatteigenschaften
-
- Herbstfärbung
- Fruchtfarbe
-
- grün
- Fruchtform
-
- Nussfrucht
- Fruchteigenschaften
-
- Selbstaussaat
- Licht
-
- sonnig bis halbschattig
- Bodenart
-
- sandig bis lehmig
- Bodenfeuchte
-
- frisch bis feucht
- ph-Wert
-
- alkalisch bis schwach sauer
- Kalkverträglichkeit
-
- kalkliebend
- Nährstoffbedarf
-
- nährstoffreich
- Humus
-
- humusreich
- Zier- oder Nutzwert
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- Blattschmuck
- malerischer Wuchs
- heimische Wildpflanze
- Giftigkeit
-
- ungiftig
- Winterhärte
-
- winterhart
- Klimazonen nach USDA
-
- 5
- Verwendung
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- Einzelstellung
- Hausbaum
- Landschaftsgehölz
- Pioniergehölz
- Straßenbegrünung
- Gartenstil
-
- Naturgarten
- Parkanlage
- Waldgarten
- Friedhof
Herkunft
Die winterharte Bergulme (Ulmus glabra) aus der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae) ist in Nord-, Mittel- und Südeuropa heimisch. In den letzten Jahren sind die Bestände aller Ulmen wegen des Ulmensterbens allerdings stark gefährdet.
Wuchs
Die sommergrüne Bergulme wächst im Laufe ihres Lebens zu einem imposanten Baum von vierzig Metern Höhe heran. Dabei kann ihre runde ausladende Krone mit den dicken Ästen bis zu zwanzig Meter breit werden, wenn man dem Baum genügend Freiraum gönnt. Die Zweige sind in der Jugend dicht behaart und werden erst im dritten Jahr kahl. Anschließend sieht die Rinde grau bis schwarz aus, ist lange glatt und zeigt sich später längsrissig. Der lange Stamm der Bergulme erreicht einen Durchmesser von zwei bis drei Metern. Ulmus glabra wird maximal 400 Jahre alt.

Die Bergulme wächst von Natur aus sehr malerisch und benötigt keinerlei Schnitt
Blätter
Eine Bergulme ist gut an ihren Blättern zu erkennen. Denn ihre Blattspreiten sind extrem asymmetrisch. Zudem fallen die mattgrünen, rauen Blätter, die im Wechsel an sehr kurzen drei Millimeter langen Stielen an den Zweigen sitzen, durch den stark gesägten Rand und ihre lange Blattspitze auf. Ulmus glabra trägt im Herbst ein intensiv gelbes Blattkleid.
Blüten
Noch bevor die Blätter austreiben, entwickeln sich von März bis April aus den fünf Millimeter großen Blütenknospen die unscheinbaren rotbraunen Blüten in Form von kleinen Trugdolden.
Früchte
Ab Mai sind die Nüsschen zwischen den Blättern zu sehen. Sie werden zwischen 2 und 2,5 Zentimeter groß und der Samen in der Mitte ist von einem runden Flügel umgeben. Verbreitet werden die nur wenige Wochen keimfähigen Samen als Gleitflieger durch starke Winde.

Die Früchte der Bergulme stehen in dichten Dolden
Standort
Am wohlsten fühlt sich die Bergulme in den tieferen Lagen des Mittelgebirges, also im Weserbergland, im Sauerland und in der Eifel, aber auch noch in der Niederrheinischen Bucht. Besonders geeignet für sie sind Orte mit einem feuchten Lokalklima, also Flusstäler, Bergschluchten und Auenwiesen. Hier tritt sie vor allem als Mischbaumart in Buchenwäldern auf. Sie verträgt mehr Schatten als die anderen Arten.
Boden
Ulmus glabra mag frische tiefgründige Böden, die nährstoff- und kalkreich sind. Sie kommt aber auch auf schwach sauren Böden gut zurecht und verträgt es, wenn ihre Wurzeln eine kurze Zeit unter Wasser stehen. Schwere Lehm- und Tonböden sind nicht für sie geschaffen.
Pflanzung
Junge Ulmenbäume werden in Containern und als Ballenware angeboten. Am besten pflanzt man sie im Frühjahr oder noch besser im Herbst. Das Pflanzloch sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Wurzelballen und der Boden im Pflanzloch aufgelockert werden, damit die junge Pfahlwurzel gut anwachsen kann. Ein Drittel Kompost unter dem Aushub versorgt die Ulme in der Anwachsphase mit ausreichend Nährstoffen. Wichtig ist, das Bäumchen vor und nach dem Einpflanzen zu wässern.
Pflege
Außer einer guten Nährstoffversorgung braucht die Bergulme zu ihrem Gedeihen ein sehr gutes und gleichmäßiges Wasserangebot. In trockenen Zeiten ist es ratsam, insbesondere junge Exemplare regelmäßig zu wässern – gern auch mit Leitungswasser, da sie Kalk gut vertragen.
Schnitt
Eine Bergulme sieht am schönsten aus, wenn sie nicht oder nur wenig geschnitten wird. Lediglich Äste, die sich kreuzen, nach innen wachsen oder das Aussehen der Krone sehr beeinträchtigen, dürfen ausgelichtet werden. Der optimale Schnittzeitpunkt für die Bergulme ist der Spätsommer oder Frühwinter.
Verwendung
Früher standen traditionell betagte Bergulmen als Dorf- oder Gerichtsulmen im Mittelpunkt vieler Siedlungen. In urbanen Gefilden sieht man ältere Exemplare heute meist als Solist in großen Parkanlagen oder als Begleiter von Alleen. In der Holzindustrie wird ihr Holz für Furniere, Möbel, Treppen und Parkett verwendet.
Sorten
Kleinere gartentaugliche Varianten der Bergulme sind:
Hänge- oder Trauerulme (Ulmus glabra ‘Horizontalis’) mit schirmartiger Krone, die fünf Meter hoch, aber zehn Meter breit wird.
Goldulme (Ulmus x hollandica ‘Wredii’), eine Kreuzung aus Feldulme und Bergulme. Sie trägt gelbe Blätter, bleibt schlank und wird nur etwa zehn Meter hoch.

Bei der Hängeulme (Ulmus glabra ‘Pendula’) hängen die Zweige elegant über
Vermehrung
Wer eine Bergulme aus Samen vermehren will, sollte nur frisch vom Baum gefallene aussäen. Die Aussicht auf Erfolg ist wegen der geringen Keimfähigkeit eher gering. Alternativ ist eine vegetative Vermehrung durch Stecklinge und Wurzelschnittlinge möglich.
Krankheiten und Schädlinge
In den letzten hundert Jahren ist weltweit ein Großteil der Ulmenbäume zwei Schlauchpilzarten zum Opfer gefallen. Übertragen werden sie durch den Ulmensplintkäfer. Die Folge ist, dass der Baum dann mit der Zeit seine Fähigkeit zum Wassertransport einbüßt. Infolge des Wassermangels sterben sämtliche Ulmenblätter ab und die Photosynthese kommt zum Erliegen. Befallene Ulmen müssen schnellstmöglich gefällt und die Käfer vernichtet werden. Ist die Krankheit noch ganz frisch, kann ein tiefer Rückschnitt den Baum eventuell retten. In jüngster Vergangenheit versucht man durch Züchtung resistenter Ulmen gegen das fortschreitende Ulmensterben vorzugehen.