Brutblatt
Kalanchoe daigremontiana
Kaum eine Pflanze vermehrt sich so effizient wie das Brutblatt. Tipps zur Kultivierung der vermehrungsfreudigen Zimmerpflanze finden Sie hier.
Steckbrief
- Wuchstyp
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- Sukkulente
- Wuchshöhe
- von 30 cm bis 150 cm
- Wuchseigenschaften
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- bizarr
- aufrecht
- überhängend
- Kindel
- Blütenfarbe
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- rot
- Blütenform
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- Blütenrispen
- Einzelblüte
- Glocken
- Blattfarbe
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- grün
- Blattform
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- dreieckig
- zugespitzt
- Fruchtform
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- Balgfrucht
- Licht
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- sonnig
- Bodenart
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- kiesig bis sandig
- Bodenfeuchte
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- mäßig trocken
- Kalkverträglichkeit
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- kalkliebend
- Nährstoffbedarf
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- mäßig nährstoffreich
- Zier- oder Nutzwert
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- Blattschmuck
- Verwendung
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- Innenraumbegrünung
- Pflanzgefäße
- Wintergarten
- Gartenstil
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- Topfgarten
Herkunft
Das Brutblatt (Kalanchoe daigremontiana) gehört zur Gattung der Kalanchoen und stammt aus den Wäldern Madagaskars. Inzwischen ist die Pflanze aber in vielen tropischen und subtropischen Gegenden verwildert. Ihre fleischigen Blätter zeigen deutlich die Zugehörigkeit zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Innerhalb der Gattung haben Brutblätter ihre eigene Sektion und werden unter dem Oberbegriff Bryophyllum zusammengefasst. Man findet die Pflanze daher häufig auch unter der Bezeichnung Bryophyllum daigremontianum. Dieser Name taucht besonders häufig in der anthroposophischen Medizin auf, wo Inhaltsstoffe des Brutblatts zur Wundheilung, Nervenberuhigung und zur Förderung von Fruchtbarkeit und Schwangerschaft eingesetzt werden.
Häufig wird Kalanchoe daigremontiana fälschlicherweise als "Goethepflanze" betitelt, da der Dichter und Forscher von dem Brutblatt derart fasziniert war, dass er 1814 eine botanische Abhandlung über eine Bryophyllum-Pflanze geschrieben hat. Sein Forschungsobjekt war allerdings nicht die Kalanchoe daigremontiana, sondern die verwandte Art Kalanchoe pinnata (ehem. Bryophyllum calycinum). Kalanchoe daigremontiana wurde erst hundert Jahre später durch französische Botaniker ausführlich beschrieben. Da das Brutblatt nicht winterhart ist, wird es bei uns als Zimmerpflanze kultiviert.
Wuchs
Das Brutblatt wächst aufrecht. Im Gegensatz zu den meistens ebenfalls als Zimmerpflanzen gehandelten Kalanchoe-Arten wird Kalanchoe daigremontiana mit 30 bis 150 Zentimetern relativ hoch. Achtung: Der Pflanzensaft des Brutblattes enthält ein Steroid namens Daigremontianin, welches toxisch auf Herz, Nerven und Muskeln wirkt!
Blätter
Die gegenständigen Laubblätter des Brutblattes sind dickfleischig, dreieckig und am Ende zugespitzt. Ihre Farbe variiert sehr stark und kann an ein und derselben Pflanze von einfachem Grün bis zu Purpurgrün alle Schattierungen aufweisen. Entlang der Blattränder bilden sich in kleinen Mulden die berühmten Brutknospen, denen das Brutblatt seinen Namen verdankt (siehe Vermehrung).
Blüten
Die Blüte der Kalanchoe daigremontiana erscheint auf einem hohen, braunen Stängel, der aus der Mitte der Pflanze herauswächst. Sie besteht aus locker rispenartig zusammensitzenden, glockenförmigen, hängenden Einzelblüten in den Farben Rot bis Purpur.

Das Brutblatt blüht in einem satten Rotton
Früchte
Nach der Blütezeit bildet das Brutblatt pro Blüte vier winzige, knapp zehn Millimeter fassende Balgfrüchte aus, in denen sich die Samen befinden.
Standort
Der natürliche Standort des tropischen Brutblatts ist sehr sonnig. Stellen Sie den Pflanztopf daher an einen sehr hellen und warmen Platz in der Wohnung, zum Beispiel an ein Südfenster. In warmen Sommern kann die Pflanze auch auf der windgeschützten Terrasse stehen, solange die Nachttemperaturen nicht unter zehn Grad Celsius fallen. Dann müssen die Blätter aber erst langsam an die direkte Sonne gewöhnt werden.
Substrat
Da das Brutblatt in seiner Heimat auf sandigem und kalkhaltigem Boden vorkommt, sollte es auch in Zimmerkultur in gut durchlässige Kakteenerde getopft werden. Alternativ können Sie normale Blumenerde, die zur Hälfte mit Sand und Bimskies vermischt wurde, verwenden. Achten Sie auf einen guten Wasserabzug im Topf, denn das Brutblatt darf keine feuchten Füße bekommen.
Gießen
Brutblätter gehören zu den Sukkulenten und brauchen nur sehr wenig Wasser. Lassen Sie das Substrat zwischen den Wassergaben immer gut abtrocknen. Wenig Wasser verträgt die Pflanze besser als zu viel. Im Winter kann bei kühlen Temperaturen das Gießen zeitweise ganz eingestellt werden.
Düngen
Düngen Sie Ihr Brutblatt nur mäßig, denn die wüchsige Pflanze benötigt nur sehr wenige Nährstoffe. Eine monatliche Gabe Kakteendünger über die Sommermonate reicht völlig aus. Falls Sie herkömmlichen Blumendünger verwenden, dritteln Sie die Menge. Ist die Düngerzufuhr zu hoch, schadet sie der Pflanze.
Umtopfen

Wenn dem Brutblatt sein Topf zu klein geworden ist, sollte es im Frühjahr umgetopft werden
Die beste Zeit zum Umtopfen ist das zeitige Frühjahr (März). Geben Sie das Brutblatt in ein frisches Gemisch aus Blumenerde und Sand/Kies oder Kakteenerde.
Schneiden
Ein Rückschnitt der Pflanze sollte ebenfalls im Frühjahr passieren, also bevor das Brutblatt neu austreibt. Ein weiterer Schnitt des Blütenstiels ist im Hochsommer möglich. So wird die Verzweigung der Pflanze angeregt. Da der Pflanzensaft giftig ist, sollten Sie beim Schneiden Handschuhe tragen! Darüber hinaus benötigt Kalanchoe daigremontiana keinen Schnitt.
Sonstige Pflege
Für eine üppige Blüte ist es sinnvoll, das Brutblatt kühl und hell bei etwa zehn Grad Celsius zu überwintern. Steht die Pflanze ganzjährig warm, vergeilt sie und bildet lange, dünne Triebe ohne Blüte.
Vermehrung
Ihrer besonderen Vermehrungsform verdankt das Brutblatt seinen Namen: Bryophyllum-Gewächse bilden entlang ihrer Blattränder eine ganze Reihe von vollständig entwickelten Kindeln, welche bereits bewurzelt sind und dort anwachsen können, wo auch immer sie landen. Die Kindel fallen bei jeder noch so leichten Berührung von der Mutterpflanze ab. Diese besonders effektive Vermehrungsform ist auch der Grund, warum das Brutblatt von vielen Gärtnereien gemieden wird – eine Ausbreitung der kleinen Brutblatt-Pflänzchen lässt sich nämlich kaum verhindern. Der treffende englische Name der Pflanze ist daher auch "Mother of Thousands" (Mutter von Tausenden).

Entlang der Blattränder des Brutblatts sitzen die fertig ausgebildeten Jungpflanzen. Sie können einfach abgenommen und in Erde gesetzt werden
Als Topfpflanze hält sich die Vermehrungswut der Pflanze im Rahmen, doch selbst hier finden sich von Zeit zu Zeit Ableger in benachbarten Pflanztöpfen. Wer das Brutblatt gezielt vermehren möchte, setzt mehrere der Minipflanzen zusammen in einen Topf mit Anzuchterde und lässt sie dort bewurzeln. Bohren Sie dazu kleine Löcher in die Erde und versenken Sie die feinen Wurzeln darin. Die Blattansätze sollten die Erde nur leicht berühren. Erde rundherum andrücken und gießen. An hellen Plätzen über 15 Grad Celsius wachsen die Brutblätter rasch an.
Krankheiten und Schädlinge
Schädlinge meiden das Brutblatt weitestgehend. Ein häufiger Pflegefehler ist das Übergießen. Steht die Pflanze zu nass, fault sie von unten und kann sogar eingehen.