Pflanzen

Clementinenbaum, Clementine

Citrus clementina

In unseren Breiten kann man den Clementinenbaum nur als Kübelpflanze halten. Bei richtiger Pflege besticht er dort mit duftenden Blüten und leckeren Früchten.

Wuchstyp
  • Kleinbaum
  • Strauch
Wuchshöhe
von 200 cm bis 250 cm
Wuchseigenschaften
  • aufrecht
  • buschig
Blütenfarbe
  • weiß
Blütezeit (Monat)
  • April bis Juni
  • September bis Oktober
Blütenform
  • Einzelblüte
Blüteneigenschaften
  • leicht duftend
Blattfarbe
  • grün
Blattform
  • breit lanzettlich
  • lanzettlich
Blatteigenschaften
  • immergrün
Fruchtfarbe
  • orange
Fruchtform
  • Beere
Fruchteigenschaften
  • essbar
Licht
  • sonnig
Bodenart
  • sandig bis lehmig
Bodenfeuchte
  • frisch
ph-Wert
  • neutral
Kalkverträglichkeit
  • kalktolerant
Nährstoffbedarf
  • mäßig nährstoffreich
Zier- oder Nutzwert
  • Blütenschmuck
  • Fruchtschmuck
Winterhärte
  • frostempfindlich
Klimazonen nach USDA
  • 9
Verwendung
  • Hochstämmchen
  • Innenraumbegrünung
  • Pflanzgefäße
  • Wintergarten
Gartenstil
  • Topfgarten

Herkunft

Der französische Mönch Père Clement Rodier soll den Clementinenbaum (Citrus clementina), der zu den Zitruspflanzen gehört, 1912 zufällig bei Oran in Algerien im Garten eines Waisenhauses entdeckt haben. Wahrscheinlich ist aber, dass der Clementinenbaum schon viel früher in Ostasien kultiviert wurde. Alle sind sich immerhin einig, dass es sich bei der Clementine um einen Hybrid zwischen Mandarine (Citrus reticulata) und Bitterorange (Citrus aurantium) handelt. Manchmal bezeichnet man sie auch als Citrus x aurantium.

Wuchs

Wie der Mandarinenbaum entwickelt sich der Clementinenbaum zu einem kleinen immergrünen Baum oder Strauch mit kompakter, runder Krone. Dornen treten nur vereinzelt auf. Bis zu sechs Meter kann das Gehölz groß werden. Im Kübel schafft es solche Dimensionen nicht. Dort wird Citrus clementina oft als Hoch- oder Halbstamm kultiviert.

Blätter

Die immergrünen, etwas ledrigen und glänzenden Blätter haben eine breite Lanzettform, sind im Vergleich zum Orangenbaum allerdings schmaler.

Blüten

In großer Zahl erscheinen die 1,5 bis 2,5 Zentimeter breiten, weißen Blüten. Sie verströmen einen betäubenden, süßlich-herben Duft über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Hauptblütezeit ist im Frühjahr und/oder im Herbst.

Früchte

Sie sehen sich zwar sehr ähnlich, es gibt aber einige Unterschiede zwischen Clementinen und Mandarinen: im Fruchtfleisch, in der Segmentierung und weiteren Kriterien. Für Clementinen-Fans das wichtigste Argument für "ihre" Frucht: Clementinen sind kernlos oder besitzen nur ganz wenige Kerne im Fruchtfleisch, dazu schmecken sie süßer, aber weniger intensiv als Mandarinen. Zum Ausreifen brauchen Clementinen weniger hohe Temperaturen als Mandarinen. Erntezeit ist normalerweise gegen Ende November bis März.

Frucht des Clementinenbaums

Die Früchte des Clementinenbaums ähneln denen des Mandarinenbaums, enthalten aber weniger Kerne

Standort

Der Clementinenbaum ist eine typische Kübelpflanze, die ab April – und damit etwas früher als der frostempfindlichere Mandarinenbaum – nach draußen auf einen geschützten, sonnigen Terrassen- oder Balkonplatz umziehen kann. Nachdem er sich natürlich an die veränderten Verhältnisse im Freien akklimatisieren konnte, das versteht sich von selbst! Der Freilandaufenthalt kann sich bis in den November hinziehen.

Wichtig ist, dass die Wurzeln im Sommer nicht überhitzen. Diese Gefahr ist in schwarzen Pflanzgefäßen besonders hoch, da die Sonneneinstrahlung die Erde im Topfinneren stark aufheizt.

Substrat

Gut durchlässige stabile Erde mögen alle Zitrusgewächse, so auch der Clementinenbaum. Mit reichlich Stein in Form von Lavastücken, Blähton, Splitt, Kies oder grobem Sand wird das gewährleistet.

Gießen

Durchdringend Wässern – das ist bei Clementinenbäumen wichtig. Der ganze Wurzelballen muss sich vollsaugen können, dann kann zwischen den Gießgängen auch wieder einige Zeit vergehen.

Düngen

Die Düngung beim Clementinenbaum erfolgt wie bei allen Zitruspflanzen mit einem speziellen Zitrusdünger. Er wird in der Vegetationszeit verabreicht.

Umtopfen

Ist das Substrat vollständig von einem feinen Wurzelgeflecht durchzogen? Dann ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen der Zitruspflanze gekommen. Der beste Termin dafür ist die Zeit des frischen Austriebs, der meist im März oder April liegt. Später als Juli sollte der neue Topf nicht kommen, da sonst die Erde nicht mehr durchwurzelt werden kann.

Schneiden

Kann, muss aber nicht – so lässt sich der Schnitt von Citrus clementina in wenigen Worten zusammenfassen. Kompaktes Wachstum wird durch das Stutzen der Krone natürlich verstärkt, dies erfolgt am besten fortlaufend während der Vegetationszeit.

Clementinenbaum im Kübel

Den Sommer kann der Clementinenbaum im Freien auf der Terrasse verbringen

Überwinterung

Ideal ist eine Überwinterungstemperatur von acht Grad Celsius, mit einem Schwankungsbereich von fünf Grad Celsius hin oder her. Hell sollte es dazu sein, bewährt haben sich Wintergärten oder unbeheizte Treppenhäuser. Je höher die Temperatur, desto lichtbedürftiger ist der Clementinenbaum. Leichter Frost bis minus fünf Grad Celsius wird kurzfristig toleriert, schließlich ist er das von seiner algerischen Heimat gewohnt. Insgesamt gehört der Clementinenbaum zu den kältetolerantesten Zitruspflanzen.

Sorten

Die Vielfalt der Sorten und Hybriden ist auch bei Citrus clementina unüberschaubar. Hier einige "Kostproben": Bei ‘Red Rubin’ leuchten Fruchtfleisch und Schale in Brombeerrot. ‘Marisol’ ist eine spanische Neuzüchtung, die relativ stark wächst und üppig blüht. Die vergleichsweise wärmebedürftige ‘Loretina’ stammt ebenfalls aus Spanien. Sie reift früh, die Früchte sind relativ klein. Relativ spät reift die intensiv orangefarbene ‘Hernandina’, die auf der Unterseite stets einen grünlichen Fleck behält.

Vermehrung

Beim Clementinenbaum setzt man auf Veredelung – eine Technik, die meist Fachleuten vorbehalten ist – oder Stecklinge. Diese gewinnt man von den Triebspitzen. Mit Samen hat man meist wenig Erfolg, denn oft bilden sich keine befruchtungsfähigen Pollen. Bei Fremdbefruchtung entstehen dann aber nur Hybriden.

Krankheiten und Schädlinge

Bei Citrus clementina ist die Schädlingsgefahr am höchsten, wenn die Pflanze unter nicht optimalen Bedingungen kultiviert wird. Dann treten gern Schildläuse, Dickmaulrüssler und Spinnmilben auf. Letztere kann man vertreiben, wenn man die Pflanzen mit Wasser besprüht.

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