Edelweiß
Leontopodium nivale (früher: Leontopodium alpinum)
Das Edelweiß ist der Star unter den alpinen Pflanzen. Die Staude mit den schimmernden Blütensternen gedeiht aber auch im heimischen Steingarten.
Steckbrief
- Wuchstyp
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- Staude
- Wuchshöhe
- von 15 cm bis 20 cm
- Wuchsbreite
- von 15 cm bis 20 cm
- Wuchseigenschaften
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- rosettenbildend
- Blütenfarbe
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- weiß
- Blütezeit (Monat)
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- Juni bis September
- Blattfarbe
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- grün
- Blattform
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- lanzettlich
- Licht
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- sonnig
- Bodenart
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- steinig
- sandig
- Bodenfeuchte
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- frisch
- ph-Wert
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- neutral
- Kalkverträglichkeit
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- kalkliebend bis kalktolerant
- Nährstoffbedarf
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- nährstoffarm
- Humus
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- humusarm
- Zier- oder Nutzwert
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- Blütenschmuck
- Giftigkeit
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- ungiftig
- Winterhärte
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- winterhart
- Verwendung
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- Blumenwiesen
- Böschungen
- Gruppenpflanzung
- Pflanzgefäße
- Trockenmauern
- Gartenstil
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- Steingarten
- Topfgarten
Herkunft
Das Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale, auch Leontopodium alpinum) ist der einzige in Mitteleuropa heimische Vertreter der etwa 40 bekannten Edelweiß-Arten, welche in den Gebirgen Europas und Asiens verbreitet sind. Man findet es in den Alpen, den Karpaten und im Jura, wo es sich nach der letzten Eiszeit als Einwanderer aus Asien angesiedelt hat. Das Alpen-Edelweiß gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine lange Tradition als Symbolblume für die alpine Kultur, zum Beispiel im Logo des Deutschen Alpenvereins und der Bergwacht.
Wuchs
Edelweiß wächst als horstig-kompakte, ausdauernd krautige Staude, die sich relativ flach am Boden hält. Es wächst etwa 20 Zentimeter in Höhe und Breite und trägt bis zu acht Zentimeter große Blütenköpfe an aufrechten Stängeln. Vereinzelt treten mit einer Größe von bis zu zwölf Zentimetern riesenwüchsige Edelweißblüten auf, welche im Volksmund als "Edelweißkönige" bezeichnet werden.

Die Bergidylle als Standort wurde dem Alpen-Edelweiß beinahe zum Verhängnis, denn es war bei Blumenpflückern beliebt wie kaum eine andere Pflanze. Inzwischen steht es unter Schutz
Blätter
Das Alpen-Edelweiß hat einfache lanzettliche Blätter, welche aus einer grundständigen Blattrosette sprießen. Ähnlich der Blüte sind auch die Blätter des Edelweiß mit kurzen weißen Haaren bestückt, was ihnen ein filziges Aussehen verleiht, daher der lateinische Name (Leontopodium bedeutet "Löwenfüßchen"). Diese flauschigen Haare schützen die Pflanze vor Kälte und der starken UV-Strahlung in den Bergen.
Blüten
Die flaumigen, strahlend weißen Blüten des Edelweiß sind geradezu legendär. Die unauffälligen Röhrenblüten im Inneren sind von einem behaarten Stern aus spitzen weißen, unregelmäßig langen Hüllblättern in variabler Anzahl umgeben. Die Besonderheit an der Edelweiß-Blüte ist ihr silbriger Glanz. Dieser entsteht durch die Reflexion vieler tausend winziger Luftbläschen in den wolligen Härchen auf den Hüllblättern. Der silbrig-weiße Schimmer lockt nektarsuchende Bestäuber-Insekten wie Fliegen und Käfer an. Die eigentliche Blütezeit ist Juni bis September, doch zeigen sich die Edelweiß-Blüten extrem haltbar, was ihm auch den Beinamen "Ewige Blume" eingebracht hat.

Die Edelweiß-Blüten sind über und über mit weißen Flaumhärchen bedeckt und sehen so, als wären sie aus Filz
Standort und Boden
In der Natur wächst das Edelweiß normalerweise auf steppenartig-gerölligen Alpenwiesen in einer Höhe von bis zu 3.000 Metern. Durch den großen Druck eifriger Wildblumenpflücker und Souvenirjäger wurde die kleine Pflanze aber mehr und mehr in den Steilfels und abgelegene Spalten gedrängt, weshalb das Edelweiß häufig fälschlicherweise für eine Steilfels-Pflanze gehalten wird. Leontopodium nivale bevorzugt kieselsäurehaltigen Kalkstein als Untergrund und einen sehr sonnigen Standort in Südlage. Im Garten eignet sich das winterharte Edelweiß zur Steingartenbepflanzung an einer vollsonnigen Stelle. Der steinige Boden sollte möglichst frisch, warm und arm an Nährstoffen sein. Ist der Boden sehr lehmhaltig, muss er vor der Pflanzung mit Sand aufgelockert werden. Edelweiß eignet sich auch für die Kübelbepflanzung auf einer Südterrasse. Als Substrat eignet sich in diesem Fall magere Kakteenerde.

Edel in Weiß und Grau: Den Steintopf ziert Leontopodium alpinum ‘Berghman‘
Pflanzung und Pflege
Am richtigen Standort zeigt sich das Edelweiß äußerst pflegeleicht und genügsam. Setzen Sie die Edelweiß-Jungpflanzen im Herbst oder Frühjahr mit einem Abstand von 20 bis 30 Zentimetern. Nach der Pflanzung leicht angießen. Ansonsten wird nur bei starker Hitze und dann nur morgens oder abends gegossen. Staunässe im Beet muss ebenso wie lange Trockenperioden vermieden werden. Da das Edelweiß als Alpenpflanze zu den Schwachzehrern gehört, sind weder Düngung noch eine Gabe Kompost erforderlich. Um die Pflanze vital zu halten, sollte sie alle paar Jahre nach dem Schnitt im Herbst geteilt werden. Besonders im Topf sollten Sie Abgeblühtes regelmäßig ausputzen.
Schnitt
Über das Jahr ist beim Edelweiß kein Schnitt notwendig. Wer einer Selbstaussaat vorbeugen will, sollte die Blütenköpfe im Herbst vor der Samenbildung entfernen. Dazu wird die ganze Pflanze etwa eine Handbreit über dem Boden gekappt. Dies führt nicht zu einer zweiten Blüte, doch die Pflanze wächst nach dem Schnitt wieder kompakt und kräftig nach.

Die lange Haltbarkeit der Edelweiß-Blüten macht sie zum idealen Werkstoff für stimmungsvolle Dekorationen
Verwendung
Auch wenn sich die stark geschrumpften natürlichen Bestände langsam erholen, steht das Alpen-Edelweiß in den Bergen noch immer unter strengem Naturschutz und darf nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Umso schöner, wenn man den Alpenstern als Kulturpflanze im eigenen Garten bestaunen kann. Am strahlendsten wirkt das Edelweiß in kleinen Grüppchen von drei bis fünf Pflanzen – so wachsen sie zu dichten Polstern zusammen – gemeinsam mit Steinbrech, Enzian, Zwerg-Glockenblumen und Teppichehrenpreis. Auch kleinbleibende Sedum-Arten umrahmen die weißen Blütensterne und setzen sie in Szene. Vermeiden Sie hoch wachsende Pflanzen als Beetpartner, da sie das Edelweiß beschatten und bedrängen. Wer keinen Steingarten hat, kann das Edelweiß auch als Topfpflanze kultivieren. Die weißen Sternblüten halten selbst abgeschnitten bis weit in den Winter hinein, wodurch sie eine besondere Bereicherung für Trockensträuße darstellen. Schneiden Sie die Blüten am besten zur Mittagszeit, denn da stehen sie in voller Pracht.

In Mauerfugen und im Steingarten, besonders in sonnigen Hanglagen fühlt sich das Edelweiß wohl
Sorten
Die handelsüblichen Edelweißsorten tragen die Namen der Berge, wie ‘Matterhorn’ (dichte Blüte an langem Stiel), ‘Wendelstein’ (grau-grün und stark verzweigt) oder ‘Mont Blanc’ (kompakter Wuchs mit Einzelblüten). Neben dem klassischen Alpen-Edelweiß, das meist als Leontopodium alpinum verkauft wird, gibt es im Handel auch das gut polsterbildende Chinesische Zwerg-Edelweiß (Leontopodium souliei) zu kaufen, welches nur etwa fünf Zentimeter hoch wächst, aber mit dutzenden kleinen Blütensternen strahlt. Problematisch ist für das Edelweiß das Klima im Garten, denn natürlicherweise wächst es in Höhen über 1.800 Metern. In flacheren Gegenden und an zu dunklen Standorten neigt Leontopodium zum Vergrünen. Fragen Sie daher nach Sorten, die auch in geringeren Höhen Blüten bilden.

Das Alpen-Edelweiß ist eigentlich eine Geröllwiesenpflanze
Vermehrung
Neben der Selbstaussaat im Herbst wird Edelweiß vor allem durch Teilung vermehrt. Stechen Sie nach zwei Jahren nach dem Schnitt im Herbst einen Teil der Pflanze ab und setzen Sie es an einem neuen, dem alten Standort möglichst ähnlichen, Platz wieder ein. Es ist auch möglich Edelweiß aus Samen selbst heran zu ziehen. Dazu die Edelweiß-Samen im März in Anzuchtschalen aussäen. Dabei nicht abdecken und auch nicht angießen! Die Sprösslinge sollten auf etwa 20 Zentimeter Abstand pikiert werden, damit sie kräftig weiter wachsen können. Ab Mai dürfen die Jungpflanzen im Garten ausgesetzt werden.
Krankheiten und Schädlinge
Das Alpen-Edelweiß ist äußerst robust und hat keine nennenswerten natürlichen Feinde. Bei Staunässe droht allerdings Wurzelfäule, dann muss die Pflanze umgesetzt werden.