Glücksbaum
Brachychiton rupestris
Der aus Australien stammende Glücksbaum zeigt sich als Kübelpflanze ganz zahm und vor allem pflegeleicht. So gelingen Pflanzung und Pflege.
Steckbrief
- Wuchstyp
-
- Baum
- Strauch
- Wuchshöhe
- von 50 cm bis 200 cm
- Wuchseigenschaften
-
- aufrecht
- Blütenfarbe
-
- rosa
- weiß
- Blütenform
-
- Rispen
- Blattfarbe
-
- grün
- Blattform
-
- fingerförmig
- lanzettlich
- schmal
- Fruchtform
-
- Balgfrucht
- Licht
-
- sonnig bis absonnig
- Bodenart
-
- sandig bis lehmig
- Bodenfeuchte
-
- mäßig trocken
- Kalkverträglichkeit
-
- kalkempfindlich
- Nährstoffbedarf
-
- mäßig nährstoffreich
- Zier- oder Nutzwert
-
- Blattschmuck
- malerischer Wuchs
- Klimazonen nach USDA
-
- 9
- Verwendung
-
- Innenraumbegrünung
- Pflanzgefäße
- Gartenstil
-
- Topfgarten
Herkunft
Der Glücksbaum (Brachychiton rupestris) zählt zur Gattung Brachychiton aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und wird auch als Australischer Flaschenbaum oder Queensland-Flaschenbaum bezeichnet. Früher wurden die Pflanzen der Gattung zu den Stinkbaumgewächsen (Sterculiaceae) gezählt, diese wird nun jedoch nur noch als Unterfamilie geführt. In ihrer Heimat Australien – und dort vor allem an der Küste Queenslands – erreichen die Bäume oder mehrtriebigen Sträucher nicht selten riesige Ausmaße mit einer Höhe bis gut 25 Meter. Bei uns hält man sie, in kleinerer Ausführung, als Kübelpflanzen.
Typisch für die Pflanzen der Gattung Brachychiton – und somit auch für den Glücksbaum – ist der flaschenförmige Stamm, der an der dicksten Stelle einen Durchmesser von bis zu dreieinhalb Metern aufweisen kann. Er dient als Wasserspeicher für Trockenzeiten – was in Australien durchaus schon einmal von Menschen genutzt wurde und wird. Auch als Nahrungsmittel wurden einzelne Pflanzenteile von den Aborigines genutzt. Mit dem ebenfalls häufig als Flaschenbaum bezeichneten Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata), der aus Zentralamerika stammt und zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae) gehört, haben die Pflanzen übrigens nichts zu tun.
Wuchs
Im Handel findet man häufig mit Wachstumshormonen künstlich klein gehaltene Exemplare vom Glücksbaum. Sobald die Wirkung nachlässt, entwickeln sich die Pflanzen relativ schnell – auch im Topf und in unseren Breiten – zu zwei Meter hohen Exemplaren. Der charakteristische verdickte Stamm zeigt sich auch bei den Kübelpflanzen. Zudem zeigen sich oft verdrehte und verschlungene, über der Oberfläche stehende Wurzeln. Die Glücksbäume, die man bei uns kaufen kann, kommen in der Regel nicht aus Australien, sondern werden oft in Israel herangezogen.

Charakteristisch für den Australischen Flaschenbaum (Brachychiton rupestris) ist der verdickte Stamm, der als Wasserspeicher dient
Blätter
Die schmalen, bis zu zehn Zentimeter langen, glattrandigen Blätter von Brachychiton rupestris sitzen fingerförmig zusammen und sind am Stamm wechselständig angeordnet.
Blüten
Die cremefarbenen, rosa gestreiften Blüten vom Glücksbaum, die in lockeren Rispen stehen, erscheinen nur am Naturstandort und nicht in Kultur.
Früchte
Aus den Blüten des Australischen Flaschenbaums entwickeln sich Balgfrüchte, die die Samen enthalten. Diese sind von einer zusätzlichen, haarigen Hülle umgeben, worauf sich ein Teil des botanischen Namens – "chiton" (griechisch für "Umhüllung") – bezieht.
Standort
Der Glücksbaum wünscht sich einen luftigen, sehr hellen und gerne auch sonnigen Standort. Ideal sind Wintergärten, aber er hält es auch in der Wohnung an lichtreichen Fenstern aus. Die Pflanzen vertragen keine oder nur kurzzeitig leichte Minusgrade. In den Sommermonaten können sie jedoch nach draußen umziehen. Gewöhnen Sie sie dann aber nach und nach an die Sonne und die Temperaturen. Normale Zimmertemperaturen sind in Ordnung.
Substrat
Eine gut durchlässige Erde ist die Basis für ein gesundes und vitales Wachstum des Glücksbaums. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel Kakteensubstrat. Alternativ können Sie die Erde auch selbst aus Zimmerpflanzenerde und grobem Sand mischen. Füllen Sie in den Topf, der unbedingt über einen ausreichenden Wasserabfluss verfügen muss, zuerst eine wenige Zentimeter dicke Schicht Blähton, damit auf keinen Fall Staunässe entsteht.
Gießen
Brachychiton rupestris stammt aus eher trockenen Regionen. Auch im Topf sollten Sie ihn deshalb lieber zu wenig als zu viel gießen, selbst im Sommer. Im Stamm sind immer noch Reserven vorhanden.
Düngen
Etwa ab April und bis in den September hinein befindet sich der Glücksbaum im Wachstum und braucht entsprechend Nährstoffnachschub. Am einfachsten ist es, alle vierzehn Tage bis drei Wochen einen flüssigen Universaldünger mit dem Gießwasser zu verabreichen. Dosieren Sie diesen aber lieber schwächer als angegeben.
Umtopfen
Da der Australische Flaschenbaum relativ zügig wächst, wird das Umtopfen etwa alle zwei bis drei Jahre notwendig, am besten gleich im Frühjahr. Da das frische Substrat normalerweise vorgedüngt ist, ist es die ersten Wochen nicht nötig, Dünger zu verabreichen.

Um die Verzweigung anzuregen, können Glücksbäume im Frühjahr geschnitten werden
Schneiden
Ein regelmäßiger Rückschnitt auf eine Blattachsel fördert das Verzweigen des Glücksbaums. Auch dafür ist das Frühjahr die beste Zeit.
Sonstige Pflege
Brachychiton rupestris schätzt es, wenn er regelmäßig mit kalkarmem Wasser besprüht wird.
Überwinterung
Im Winter mag der Glücksbaum etwas kühlere Temperaturen, etwa zwischen 12 und 15 Grad Celsius. Wichtig ist, dass die Flaschenbäume auch dann genug Licht bekommen.
Vermehrung
Wer an Samen vom Australischen Flaschenbaum gelangt, kann sie das ganze Jahr über in zusätzlich mit Sand angereicherter Anzuchterde aussäen. Manchmal wird empfohlen, die Saat 24 bis 48 Stunden in frisch aufgekochtem Wasser einzuweichen. Nur leicht mit Erde abdecken und vorsichtig mäßig feucht halten. Bei hellem Stand und Temperaturen von 20 bis 24 Grad Celsius beginnt die Keimung nach zwei bis vier Wochen. Sie können die Pflanzen auch mittels Stecklingen vermehren, die im Frühjahr beim Rückschnitt anfallen. Sie werden ebenfalls in Aussaaterde gesteckt, warm und hell gestellt und vorsichtig gegossen.
Krankheiten und Schädlinge
Glücksbäume sind robust und pflegeleicht. Nur wenn sie im Winter zu warm stehen, können Spinnmilben auftreten.