Pflanzen

Medinilla

Medinilla magnifica

An Extravaganz ist Medinilla kaum zu übertreffen. Wir geben Tipps zur Pflanzung und Pflege dieser ganz besonderen Zimmerpflanze.

Wuchstyp
  • Kleinstrauch
Wuchshöhe
von 100 cm bis 150 cm
Wuchseigenschaften
  • ausladend
  • aufrecht
Blütenfarbe
  • rosa
Blütezeit (Monat)
  • Februar bis August
Blütenform
  • Blütenrispen
  • endständig
Blattfarbe
  • grün
Blattform
  • eiförmig
  • ganzrandig
  • herzförmig
Fruchtform
  • Beere
Licht
  • absonnig
Bodenart
  • kiesig
  • tonig
Bodenfeuchte
  • frisch bis feucht
ph-Wert
  • schwach sauer
Kalkverträglichkeit
  • kalkempfindlich
Nährstoffbedarf
  • nährstoffreich
Humus
  • humusreich
Zier- oder Nutzwert
  • Blütenschmuck
Verwendung
  • Innenraumbegrünung
  • Pflanzgefäße
  • Wintergarten
Gartenstil
  • Topfgarten

Herkunft

Medinilla (Medinilla magnifica) ist eine extravagante Zimmerpflanze, die hohe Ansprüche an ihren Halter stellt, sich aber auch mit einmaliger Blütenpracht und langer Blütezeit zu revanchieren weiß. Die auch Medinille genannte tropische Pflanze zählt zur Familie der Schwarzmundgewächse (Melastomataceae) und ist auf den Philippinen beheimatet. Anders als die meisten anderen Vertreter der Gattung wächst sie nicht als Epiphyt auf Bäumen, sondern als über drei Meter hoher Strauch am Boden.

Wuchs

Als Zimmerpflanze erreicht Medinilla nur Wuchshöhen zwischen 100 und 150 Zentimetern. Sie wächst strauchig, zunächst sehr aufrecht, später elegant ausladend. Die teils holzigen Stängel sind vierkantig und an jeder Kante mit "Flügelchen", also borstigen Haaren, besetzt.

Blätter

Die Blätter der immergrünen Medinilla sind herz- bis eiförmig und ledrig-derb. Sie werden 15 bis 30 Zentimeter lang und sind in einem kräftigen, dunklen Grünton gehalten.

Blüten

Zur Blütezeit, die von Februar bis August dauert, bietet Medinilla einen ganz besonderen Anblick und schmückt sich mit mehreren, anmutig überhängenden Blütenrispen. Sie bestehen aus vielen rosa- bis pinkfarbigen Einzelblüten und können bis zu 30 Zentimeter lang werden. Die Blütenstängel sind meist hellgrün gefärbt, zeigen sich manchmal aber ebenfalls in Rosa oder leuchtendem Pink.

Blütenrispe der Medinilla

Die großen Blütenrispen der Medinilla ziehen alle Blicke auf sich

Früchte

Aus den Blüten entwickeln sich kleine Beeren mit den Samen der Pflanze. Auch sie sind sehr dekorativ.

Standort

Aufgrund ihrer Standortansprüche eignet sich Medinilla weniger für normale Wohnräume als vielmehr für den Wintergarten oder ein geschlossenes Blumenfenster. Die Tropenschönheit benötigt von Frühjahr bis Herbst eine Raumtemperatur von mindestens 20 Grad Celsius, die zum Sommer hin gerne auf über 30 Grad Celsius ansteigen darf. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte außerdem niemals unter 60 Prozent fallen. Während des Winters muss Medinilla für mindestens acht Wochen, besser noch für zwölf, bei Temperaturen von 12 bis 15 Grad Celsius kühl stehen: Nur so gelangt sie auch sicher zu neuer Blüte. Ansonsten sollte der Standort ganzjährig sehr hell, aber absonnig sein.

Substrat

Um Fehler beim Gießen auszugleichen und einen sicheren Wasserabzug zu gewährleisten, helfen eine Schicht Kies oder ein paar Tonscherben unten im Topfboden. Anschließend pflanzen Sie Ihre Medinille in frische bis feuchte Einheitserde mit hohem Humusgehalt. Der empfohlene pH-Wert liegt bei 5,5. Wichtig bei der Kultur im Haus ist, dass die Bodentemperatur auf keinen Fall niedriger ist als die Raumtemperatur. Stellen Sie den Topf also nicht direkt auf den kalten Steinboden, sondern immer auf kleine Untersetzer.

Gießen

Erfahrungsgemäß bekommt der Zimmerpflanze kalkarmes und zimmerwarmes Gießwasser am besten. Gießen Sie von Frühjahr bis Herbst reichlich, sodass der Wurzelballen konstant feucht, aber niemals nass ist. Im Winter wird weiterhin, aber nur noch mäßig gegossen.

Düngen

Wer so ausdauernd blüht, braucht Nährstoffe! Versorgen Sie Medinilla von Austriebsbeginn im Frühjahr bis zum Ende der Vegetationsperiode im Herbst einmal wöchentlich mit handelsüblichen Blumendünger.

Umtopfen

Jüngere Pflanzen topft man jährlich im Frühjahr um, ältere nur noch etwa alle drei Jahre.

Schneiden

Ein Rückschnitt alle paar Jahre hält die Medinille vital und regt die Blütenbildung an. Schneiden Sie die Pflanze dazu unmittelbar nach der Blüte beherzt bis ins alte Holz, oberhalb eines Knotens, zurück.

Sorten

Medinilla-Sorte ‘Flamenco’

Die Blüten der Medinilla-Sorte ‘Flamenco’ sind besonders intensiv gefärbt

Medinilla wird, wenn überhaupt, nur zur Blütezeit in den Gartencentern angeboten und ist in der Anschaffung leider nicht ganz billig. Da sie sich nur schwer vermehren lässt und schwierig in der Anzucht ist, ist die Nachfrage meist deutlich höher als das Angebot. Nichtsdestotrotz findet man immer wieder prächtige Exemplare, darunter einige kompakte Auslesen aus Holland. Am bekanntesten ist die Sorte ‘Flamenco’, deren intensiv pink gefärbte Blüten sich toll von dem dunklen Laub abheben. ‘Florinilla Bella’ ist eine verhältnismäßig neue Züchtung und bleibt deutlich kleiner als die Art.

Vermehrung

Wie gesagt, ist die Vermehrung der Medinilla nicht ganz einfach und für Laien kaum durchführbar. Man schneidet dazu im Frühling oder Sommer nicht verholzte Stecklinge und gibt Bewurzelungshormone an die Schnittstellen, ehe sie in Erde kommen. Nun müssen die Pflanzen bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit und einer konstanten Bodenwärme von 30 bis 35 Grad Celsius gehalten werden. Nach einigen Wochen bilden sich – mit etwas Glück – die ersten Wurzeln.

Krankheiten und Schädlinge

Typische Zimmer- und Wintergartenschädlinge machen auch der Medinille ab und an zu schaffen: Untersuchen Sie die Pflanze daher regelmäßig auf Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse.

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