Japanische Blütenkirsche
Prunus serrulata
Von der Japanischen Blütenkirsche stammen viele der beliebtesten Blütengehölze für den Garten ab. Wir stellen die Wildart vor.
Steckbrief
- Wuchstyp
-
- Baum
- Wuchshöhe
- von 2000 cm bis 2500 cm
- Wuchseigenschaften
-
- aufrecht
- Blütenfarbe
-
- rosa
- Blütezeit (Monat)
-
- April bis Mai
- Blütenform
-
- Büschel
- dicht
- Dolden
- Trichter
- Blüteneigenschaften
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- Hochblätter
- Blattfarbe
-
- grün
- Blattform
-
- eiförmig-lanzettlich
- gesägt
- Fruchtfarbe
-
- schwarz
- Fruchtform
-
- Steinfrucht
- Licht
-
- sonnig
- Bodenart
-
- kiesig bis lehmig
- Bodenfeuchte
-
- frisch bis feucht
- Kalkverträglichkeit
-
- kalkliebend
- Nährstoffbedarf
-
- nährstoffreich
- Humus
-
- humusreich
- Zier- oder Nutzwert
-
- Blütenschmuck
- Rindenschmuck
- malerischer Wuchs
- Giftigkeit
-
- ungiftig
- Winterhärte
-
- winterhart
- Klimazonen nach USDA
-
- 6
- Lebensbereiche
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- G2
- G3
- FR2
- FR3
- Verwendung
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- Einzelstellung
- Hausbaum
- Straßenbegrünung
- Gartenstil
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- Blumengarten
- Japangarten
- Parkanlage
Herkunft
Der Japanischen Blütenkirsche (Prunus serrulata) verdanken wir unzählige und sehr wertvolle Züchtungen für den Garten. Das Blütengehölz aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) stammt ursprünglich aus Japan, ist aber auch in Teilen Chinas und Koreas zu finden. In der Kultur Japans ist die Japanische Blütenkirsche fest verankert, feiert man doch zu ihrer Blütezeit traditionell das Kirschblütenfest ("hanami"). Darüber hinaus gilt die Kirschblüte ("sakura") dort seit Jahrhunderten als Symbol für schlichte und reine Schönheit.
Wuchs
Am Naturstandort wächst die Japanische Blütenkirsche zu einem bis zu 25 Meter hohen Baum heran. Ihre Rinde ist sehr dekorativ: glatt und von dunklem Braun mit rötlichem Einschlag. Die jungen Zweige zeigen sich zunächst kahl. Die Wuchsformen und Wuchshöhen der einzelnen Züchtungen weichen sehr stark von der Wildart ab und sind mal schmal und aufrecht, mal säulenförmig, rundlich oder kegelförmig. Manche besitzen auch eine bogig überhängende Krone.
Blätter
Die Blätter der sommergrünen Japanischen Blütenkirsche sind eiförmig bis lanzettlich. Auf den gesägten Blattrand spielt der botanische Name des Baums an: "serrulata" ist das lateinische Wort für "fein gesägt".
Blüten
Zur Blütezeit von April bis Mai ist die Japanische Blütenkirsche über und über mit halbgefüllten bis gefüllten Blüten besetzt, die von kleinen grünen bis roten Hochblättern umgeben sind. Die trichterförmigen Blütenbecher sind zu Trugdolden angeordnet. Die Blütenfarbe ist meist rosa, kann aber auch weißlich oder gelblich eingefärbt sein.

In Japan gibt es ganze Alleen aus der Japanischen Blütenkirsche, die zur Blütezeit natürlich einen umwerfenden Anblick abgeben
Früchte
Nach der Blüte, von Mai bis Juli, reifen die kleinen schwarzen kugeligen bis eiförmigen Steinfrüchte von Prunus serrulata heran. Sie enthalten die Samen.
Standort
Die Japanische Blütenkirsche entwickelt nur an vollsonnigen Standorten ihre ganze Pracht. Lichtmangel bekommt ihr nicht.
Boden
Mit den meisten sandig-lehmigen Gartenböden hierzulande kommt Prunus serrulata gut zurecht: Im Idealfall sind sie humus- und nährstoffreich, leicht kalkhaltig und frisch bis feucht. Nur schwere Böden sollten vor der Pflanzung tiefgründig gelockert und mit Sand oder Kies zur besseren Drainage angereichert werden.
Pflanzung
Die Japanische Blütenkirsche pflanzt man am besten im Herbst. In den Baumschulen muss man ein wenig nach der Wildart suchen, bekommt sie aber ab und an als Ballen- oder Containerware angeboten. Das Pflanzloch sollte mindestens dem doppelten Umfang des Wurzelballens entsprechen. Das Erdreich muss nach dem Wiedereinfüllen ordentlich festgetreten und durchdringend gegossen werden.
Pflege
Wie die meisten Zierkirschen ist auch Prunus serrulata sehr pflegeleicht. Nur im ersten Standjahr oder bei längerer Trockenheit muss von Hand gewässert werden. Erleichtert wird das Gießen durch einen Gießrand, der rund um den Stamm gezogen wird. Eine Mulchschicht mindert die Verdunstungsrate an dem sonnigen Standort und hält die Feuchtigkeit im Boden.

Der Wuchs der Japanischen Blütenkirsche ist von Natur aus schön und muss nicht durch regelmäßiges Schneiden korrigiert werden
Schnitt
Ein regelmäßiger Schnitt ist bei der Japanischen Blütenkirsche nicht nötig – die ersten drei bis fünf Jahre schneidet man sie überhaupt nicht. Bei älteren Exemplaren können im Frühjahr kleine Korrekturschnitte oder Auslichtungsarbeiten vorgenommen werden.
Winterschutz
Mit unserem Klima hat das fernöstliche Blütengehölz keine Probleme. Selbst für die Wintermonate ist es ausreichend winterhart.
Verwendung
Aufgrund ihrer stattlichen Größe sollte die Japanische Blütenkirsche besser nur in großen Gärten oder auf parkähnlichen Flächen gepflanzt werden. In jedem Fall muss ein ausreichender Abstand zu den umliegenden Häusern eingehalten werden. Wer kann, holt sich mit Prunus serrulata aber ein unvergleichliches Blütenwunder in den Garten, dem zur Blütezeit jede Aufmerksamkeit gewiss ist.
Sorten
Im normalen Hausgarten spielt die Art eine eher untergeordnete Rolle. Die Sorten sind jedoch von großem gärtnerischen Interesse, was sich auch in dem breiten Angebot widerspiegelt. Die wohl bekannteste und beliebteste Gartenform ist die Nelkenkirsche (Prunus serrulata ‘Kanzan’), die mit maximal zwölf Metern Wuchshöhe zwar deutlich kleiner bleibt, aber wegen ihrer ausladenden Krone ebenfalls nur in großen Gärten Platz findet. Als Hausbaum für kleine Gärten und Vorgärten kommt vor allem die säulenförmig wachsende Japanische Säulenkirsche (Prunus serrulata ‘Amanogawa’) infrage.
Die Hängende Nelkenkirsche (Prunus serrulata ‘Kiku-shidare-zakura’) begeistert dagegen mit einem ausladenden Wuchs und altrosafarbenen Blüten. Die Sorte wird zwischen vier und sieben Meter hoch. Neben zahlreichen weiteren Sorten wie ‘Hokusai’, ‘Shiro-fugen’ oder ‘Shirotae’ (auch als ‘Mount fuji’ bekannt) ist noch die Chinesische Bergkirsche (Prunus serrulata var. hupehensis) erwähnenswert. Die Varietät überzeugt mit dekorativem Laub, das im Austrieb eine rotbraune Färbung zeigt. Ihre Knospen sind zunächst rosafarben, die späteren Blüten reinweiß.
Vermehrung
Zur Vermehrung werden Sämlinge gezogen und anschließend veredelt – eine anspruchsvolle Aufgabe, die für Laien kaum durchführbar ist.
Krankheiten und Schädlinge
Die einzige Pflanzenkrankheit, die bei der Japanischen Blütenkirsche problematisch werden kann, ist die Monilia-Krankheit (Spitzendürre), die im Anschluss an die Blüte auftreten kann. Kontrollieren Sie also im Juni die Triebe auf absterbende Spitzen und entfernen Sie befallenen Äste umgehend. Die Sorte ‘Kanzan’ wird davon übrigens nicht befallen.